Hauptsache nicht Anke 30 – Israel

Hauptsache nicht Anke - die trans Edition vom Pink Channel Hamburg
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Hauptsache nicht Anke 30 - Israel
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30. Sendung am 11.07.2026
Die ganze Sendung mit Songs ist bei Mixcloud online zu hören.
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In dieser größtenteils englischsprachigen Sondersendung Israel von „Hauptsache nicht Anke“ beleuchtet der Aktivist Ariel Alvarez-Pereyre den queeren Aktivismus in Be’er Scheva, der trotz verbesserter lokaler Kooperationen weiterhin mit strukturellen Versorgungsengpässen für trans Personen kämpft. Ergänzend dazu schildert der Pädagoge Jonathan Maman von der Organisation Havruta die Zerreißprobe zwischen Glauben und Identität sowie die dringende Notwendigkeit geschützter Räume abseits von gefährlichen Konversionstherapien. Wie prekär die Lage für trans Jugendliche aktuell ist, verdeutlichen Merav Livni Keish und Orly Ben Slous vom „Bund der Löwinnen“, die nach dem kompletten Entzug staatlicher Fördergelder rein ehrenamtlich an Schulen für die Sicherheit von trans Kids kämpfen. Den geopolitischen Rahmen zieht schließlich der Journalist Julien Bahlul, welcher die drakonische Unterdrückung und Verfolgung queerer Menschen in den palästinensischen Gebieten durch Organisationen wie die Hamas analysiert und eine faktenbasierte Debatte einfordert. Zusammen bieten diese unterschiedlichen Stimmen einen tiefgreifenden Einblick in den täglichen Kampf um Akzeptanz, Sicherheit und das fundamentale Recht auf ein freies Leben in einer von Spannungen geprägten Region.

Die Interviews kamen anlässlich einer Delegationsreise nach Israel zustande, zu der die Botschaft des Staates Israel in Berlin ausgewählte Fach- und Führungskräfte aus dem deutschen LGBTQ+-Bereich eingeladen hat. Die Reise fand im Juni (9.–14. Juni 2026) statt und diente dem Zweck, den fachlichen Austausch über aktuelle Herausforderungen der Communities zu vertiefen. Im Zentrum standen dabei praxisnahe Modelle, Community-Building, Antidiskriminierungsarbeit, politische Interessenvertretung sowie die Vernetzung und das gegenseitige Lernen in einem schwierigen gesellschaftlichen und geopolitischen Kontext.

In this special Israel broadcast of „Hauptsache nicht Anke,“ activist Ariel Alvarez-Pereyre sheds light on queer activism in Be’er Sheva, which continues to face structural healthcare shortages for trans individuals despite improved local partnerships. Complementing this perspective, educator Jonathan Maman from the organization Havruta describes the modern struggle between faith and identity, emphasizing the urgent need for safe spaces away from dangerous conversion therapies. Just how precarious the situation remains for trans youth is illustrated by Merav Livni Keish and Orly Ben Slous from the „Bund der Löwinnen“, who continue their fight for the safety of trans kids in schools entirely on a volunteer basis after all state funding was withdrawn. Finally, journalist Julien Bahlul provides the geopolitical context, analyzing the draconian oppression and persecution of queer people in the Palestinian territories by organizations like Hamas while calling for a fact-based debate. Together, these diverse voices offer a profound insight into the daily struggle for acceptance, security, and the fundamental right to live freely in a highly complex and tense region.

Ariel Alvarez-Pereyre, Pride House Be’er Scheva

In dem Beitrag berichtet der 38-jährige Aktivist Ariel Alvarez-Pereyre über die queere Community und die Entwicklung des Aktivismus in der israelischen Stadt Be’er Scheva. Alvarez-Pereyre, der sich ehrenamtlich im dortigen Pride House engagiert, beschreibt eine positive Entwicklung in den letzten 15 Jahren, die unter anderem zu einer engen Kooperation mit der lokalen Gemeinde geführt hat. Er hebt die Einrichtung einer neuen medizinischen Klinik hervor, die eine sensibilisierte Erstversorgung für trans Personen bietet. Gleichzeitig weist er auf bestehende strukturelle Defizite in der Region hin, wie den Mangel an Fachärzten in den Bereichen Endokrinologie und Gynäkologie, weshalb Betroffene für Behandlungen oft nach Tel Aviv reisen müssen. Zudem thematisiert Alvarez-Pereyre die rechtliche Situation in Israel, wo trans Personen vom Staat formal in die Kategorie von Menschen mit Behinderungen eingestuft werden. Diese Klassifizierung empfindet er zwar als stigmatisierend, merkt jedoch an, dass sie der Community im Gegenzug rechtlichen Schutz sowie finanzielle und medizinische Unterstützung sichert.

Jonathan Maman, Havruta

Im dem Gespräch berichtet der Aktivist und Pädagoge Jonathan Maman, ehemaliger Vorsitzender der Organisation Havruta (der führenden israelischen Vereinigung für LGBTIQ+-Personen im religiösen Spektrum), über die Zerreißprobe zwischen Glaube und Identität in Israel. Er teilt seine differenzierte und pragmatische Sicht auf das hochgradig problematische Thema der Konversionstherapien, die er aus ethischer Sicht zutiefst verurteilt, und warnt eindringlich vor den Gefahren eines unregulierten Schwarzmarktes. Maman beschreibt die dringende Notwendigkeit von geschützten Räumen und schließt mit einem berührenden Plädoyer für das Konzept der „Mediokrität“: Sein größter Wunsch ist eine Gesellschaft, in der religiöse LGBTIQ+-Menschen weder dämonisiert noch idealisiert werden, sondern schlicht als ganz normale Menschen in Frieden und gegenseitigem Respekt leben können.

Merav Livni Keish und Orly Ben Slous, Brit Ha’Leviot

Im Interview berichten Merav Livni Keish, die Geschäftsführerin der israelischen Organisation Brit Ha’Leviot (ברית הלביאות – auf Deutsch: „Bund der Löwinnen“), und die Aktivistin Orly Ben Slous vom harten Überlebenskampf ihrer Community. Nachdem die israelische Regierung sämtliche Fördergelder gestrichen hat, kämpft der von Müttern getragene „Bund der Löwinnen“ nun komplett spendenfinanziert und ehrenamtlich an Schulen und Universitäten weiter. Das Gespräch gibt einen Einblick in den wachsenden politischen Druck, den Kampf um die physische Sicherheit von trans Kids auf Israels Straßen und das fundamentale Recht dieser Kinder auf ein sicheres, gleichberechtigtes und glückliches Leben.

Julien Bahlul, Journalist

Julien Bahlul

Im Diskurs analysiert Julien Bahlul, Journalist und ehemaliger französischer Mediensprecher der israelischen Verteidigungskräfte (IDF), die Debatte um die LGBTQ+-Rechte im Nahostkonflikt. Bahlul verweist auf die nachweisbar prekäre und lebensgefährliche Lage queerer Menschen in den palästinensischen Gebieten, in denen Homosexualität unterdrückt und von Organisationen wie der Hamas drakonisch bestraft wird. Er plädiert für eine faktenbasierte Diskussion in Europa, die die realen Menschenrechtsverletzungen in der arabischen Welt thematisiert.

Hauptsache nicht Anke – die trans Edition vom PINK Channel
jeden 5. Samstag im Monat, 19:00 bis 20:00 Uhr, kontakt@trans-radio.de
TIDE, 96.0 UKW, 95,45 Kabel, DAB+ und www.tidenet.de/radio
Podcast: https://t1p.de/mixcloudtrans + https://t1p.de/transedition + https://t1p.de/anderetransradios
Credits: Opening und Jingles Saskia Lavaux, Ending Divine „Shoot your Shout“

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