Hauptsache nicht Anke 23 – Pride House 25

Hauptsache nicht Anke - die trans Edition vom Pink Channel Hamburg
Hauptsache nicht Anke - die trans Edition vom Pink Channel Hamburg
Hauptsache nicht Anke 23 - Pride House 25
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23. Sendung am 30.07.2025
Die ganze Sendung mit Songs ist bei Mixcloud online zu hören.
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Das Pink Channel CSD-Radio am Dienstag im Pride House mit LFT Legende Bea Trampenau. Zu Anfang sprechen wir mit Mona über Genitalien in der Umkleide. Bea erzählt in der 2ten Hälfte von den Anfängen des Dyke* March in Hamburg und berichtet von den wilden Lesben der 80er. Diesmal moderieren die trans Edition Saskia, Finna, Cornelia und Daniel.

“Was mich noch mal interessieren würde, es gab ja damals die autonome Frauenbewegung in Hamburg. Und ich war überrascht zu hören, ich habe ja ein bisschen stibitzt bei eurer Veranstaltung, ich war überrascht zu hören, dass Lesben und autonome Frauenbewegung jetzt nicht etwas war, was eins zu eins übertragbar war.“

Es gab die organisierten Lesben und es gab die autonomen Lesben. Und das waren beides gewichtige Bewegungen. Und es gab wenig Berührungspunkte.  Die Hamburger Frauenwoche war auf jeden Fall das gemeinsame, wo beide gemeinsam was gemacht haben. Aber die autonome, die war eher so angesiedelt Frauenzentrum Rappstraße, Frauenkneipe, Stresemannstraße. Und die organisierte war eher in den 16 Lesbengruppen in Hamburg. Wir haben den Hamburger Lesbenverband gehabt. Wir haben uns getroffen in einer Uni. Wir haben uns getroffen im Tuktuk. Wir haben uns getroffen in Gemeindezentren und so weiter. Das waren dann eher so die organisierten. Walpurgisnacht war klar in der Hand von den Autonomen, nicht von den organisierten. Aber dafür war in der Hand von den organisierten das Fahren nach Berlin zur Berliner Lesbenwoche. Also das war schon alles gut aufgeteilt, aber trotzdem gab es viele gemeinsame Punkte, vor allen Dingen Hamburger Frauenwoche. Ohne die wäre in Hamburg ganz viel anders gelaufen. Also wir hätten weniger Zentren, weniger Beratungsstellen, weniger Theatergruppen, weniger Kultur. Das hat sich alles auf den Hamburger Frauenwochen gebildet. Und dadurch ist auch das Zusammengehen entstanden.

Und ich sage jetzt mal so Anfang der 90er, ich mache es am Beispiel fest, Intervention durfte nicht beim Frauenprojekte Treffen dabei sein, weil wir eben halt mit Schwulen gearbeitet haben. Und 1992 durfte ich das erste Mal zum Frauenprojekte Treffen kommen, obwohl im Vorstand mehrheitlich Männer waren, also nicht die Grundlagen des Frauenprojekte Treffens erledigt waren. 1993 sind die Schwulen dann ja raus bei Interventionen, dann haben wir alle Regularien erfüllt und waren auch voll anerkannt. Als das denn darum ging, ein Dachverband zu gründen, ich weiß gar nicht mehr, wie der dann hieß, also noch mehr Struktur zu schaffen in Frauenprojekten, da waren wir mit die radikalsten und autonomsten als Lesbenverein und waren nicht so angepasst, wir müssen gucken, wo das Geld herkommt und ob das Geld dann noch kommt von staatlicher Seite. Also da haben wir eher radikalisiert und gesagt, wir lassen uns die Inhalte nicht nehmen. Ich würde auch sagen, dass dann irgendwann Lesben diese Position der Radikalität und Autonomie übernommen haben und dass es dann nicht mehr an der Frauenfrage und an den Frauenprojekten war. Es waren viele angestellte Frauen, die nicht mehr den autonomen Geist so hatten, sondern einfach ihre 40 Stunden Woche.“

„Nun gab es damals eine ganz andere Infrastruktur für Lesben, aber auch für Frauen. Wie war das damals?“

„Also mein Lieblingssatz ist, ich konnte jedes Wochenende als Junglesbe überlegen, zwischen fünf verschiedenen, manchmal sieben verschiedenen Orten, wo ich meine Freizeit verbringe. Ich konnte entweder in SUP gehen, also Camelot oder Ika-Stuben. War natürlich nichts für eine Junglesbe, die Ika-Stuben, weil man musste sich entscheiden, bin ich nun gerade Mann oder Frau in der Beziehung, haute nicht so hin. Dann gab es im Frauenzentrum Rappstraße, jeden Samstag Party. Da haben wir uns aus politischen Gründen dann auch vor allen getroffen, weil da zweimal reingeschossen worden ist. Dann waren wir, im Tug haben wir Lesbenpartys gehabt, einmal Lesbenparty, einmal Schwulenparty, einmal Lesbe-Schwule-Party, immer so im Wechsel, jeden Freitag.

Dann gab es irgendwann das Magnus-Hirschfeld-Zentrum. Dann gab es, ich weiß gar nicht, also wir hatten einfach viele Orte und wenn ich, ich habe nun lange im Junglesbenzentrum gearbeitet, aber ich würde sagen[…]”

Hauptsache nicht Anke – die trans Edition vom PINK Channel
jeden 5. Samstag im Monat, 19:00 bis 20:00 Uhr, kontakt@trans-radio.de
TIDE, 96.0 UKW, 95,45 Kabel, DAB+ und www.tidenet.de/radio
Podcast: https://t1p.de/mixcloudtrans + https://t1p.de/transedition + https://t1p.de/anderetransradios
Credits: Opening und Jingles Saskia Lavaux, Ending Divine „Shoot your Shout“

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