Aufruf zum Die-In des trans /tina* und Sexarbeiter*innen-Blocks auf dem CSD Hamburg

Die-In des trans /tina* und Sexarbeiter*innen-Blocks auf dem CSD Hamburg

Hamburg, 27. Juli 2026 – Am 1. August veranstaltet der trans* und Sexarbeiter*innen-Block auf dem CSD Hamburg ein Die-In. Mit dieser gewaltfreien Protestform machen die Teilnehmenden auf die zunehmende Gefährdung queerer Menschen und die Verschlechterung ihrer Lebensrealität aufmerksam.

Anlass sind unter anderem der Anschlag in Berlin, die geplante Hamburger Meldedatenverordnung, die drohende Schließung der 4Be TransSuchtHilfe sowie die geplante Zentralisierung der medizinischen Versorgung für trans Menschen.

Treffpunkt: 12:00 Uhr, Lübecker Straße, Startplatz 41 (trans* und Sexarbeiter*innen-Block).
Die-In: Kreuzung Steintorwall/Mönckebergstraße, am Hauptbahnhof Süd. Uhrzeit ca. 13:00 Uhr +/- 60 Minuten

Pressekontakt

Paul Ninus Naujoks
info@enbygalactic-transtastic.de

Unterstützende

Deutsche Gesellschaft für Trans- und Intergeschlechtlichkeit e.V. (dgti)
VLSP* – Fachverband für queere Menschen in der Psychologie e.V.
enby:galactic+trans:tastic
Hanse XMen
TDORHamburg
TRANS*COMMUNITY HAMBURG
Trans*Hafen
Schwesternzeit
Ragazza e.V.
Sperrgebiet
LAG Queer Die Linke
Autonomes Queer Referat im AStA

 

Aufruf

Hamburg, 27. Juli 2026 – Angst gehört für viele queere Menschen längst zum Alltag. Der Anschlag in Berlin hat erneut gezeigt, wie verletzlich unsere Community ist. Deshalb darf im Umgang mit diesem Gewaltakt das Motiv nicht geleugnet werden. Transfeindlicher Aktivismus wird zunehmend fanatischer – und ist für Menschen wie uns lebensgefährlich.

Wie bekannt wurde, plant die Hamburger Innenbehörde eine neue Meldedatenverordnung nach dem Vorbild Baden-Württembergs. Für trans Personen bzw. Menschen, die ihren Personenstand nach dem Selbstbestimmungsgesetz geändert haben oder zukünftig ändern, hätte dies schwerwiegende Konsequenzen: Ihre Daten – einschließlich abgelegter Vornamen und dem zugewiesenen Geschlechtseintrag bei Geburt – würden künftig gegenüber allen Hamburger Ämtern offengelegt.
Dies wäre ein massiver Eingriff in die informationelle Selbstbestimmung und erhöhte das Risiko von Diskriminierung, Fehlbehandlung und Gewalt. Solch ein Eingriff bringt keinen Nutzen für die Gesellschaft oder die Behördenabläufe, sondern knüpft an  Traditionen im deutschen Recht an, über marginalisierte Gruppen staatlich zu verfügen und sie mit bürokratischen Zumutungen zu belasten. Die Folgen für die psychische Gesundheit von trans*, inter* und nicht-binären Menschen sind erkennbar und messbar.

Parallel dazu plant die Sozialbehörde, die Förderung und Arbeit der Beratungsstelle 4Be zum 31. Dezember 2026 einzustellen – einer der zentralen Anlaufstellen für trans und genderdiverse Menschen in Hamburg. Darüber hinaus droht im kommenden Jahr eine drastische Einschränkung der medizinischen Versorgung: Sie soll künftig nahezu ausschließlich im Rahmen der Ambulanten Spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) stattfinden. Für Hamburg würde das bedeuten, dass die medizinische Versorgung von trans Menschen faktisch auf eine große Klinik konzentriert würde.
Dies käme einer Pathologisierung der Versorgung gleich und würde die Zugänge für viele Betroffene massiv erschweren.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen haben wir uns entschlossen, unseren Protest auf dem diesjährigen CSD Hamburg in Form eines Dieins sichtbar zu machen. Während der Demonstration wird sich der gesamte trans Block auf die Straße legen.
Wir machen damit deutlich: Diese politischen Planungen nehmen die Schädigung und letztlich den Tod von trans Menschen billigend in Kauf.

Wir rufen alle solidarischen Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen dazu auf, sich dem trans Block anzuschließen und sich zahlreich am Diein zu beteiligen. Sichtbarkeit und gemeinsamer Protest sind in dieser Situation unverzichtbar.

Kontakt & weitere Informationen
Für Rückfragen, Interviews oder Hintergrundgespräche stehen wir gerne zur Verfügung.

Paul Ninus Naujoks, info@enbygalactic-transtastic.de

Wir freuen uns über Unterstützung von Gruppen, die einen Aufruf zur Teilnahme veröffentlichen möchten.

Am 1. August bildet ein breiter trans* und Sexarbeiter*innenBlock beim CSD Hamburg ein sichtbares, solidarisches Zeichen gegen Angst und Ausgrenzung.

Treffpunkt: 12:00, Lübecker Straße, hinter dem FDP-Truck, Platz 41.

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