Heute stehen wir hier, weil Sichtbarkeit kein Luxus ist.
Sichtbarkeit ist Überleben.
Sichtbarkeit ist Würde.
Sichtbarkeit ist ein Menschenrecht.
Und wir stehen hier, weil dieses Recht immer wieder angegriffen wird – nicht abstrakt, nicht irgendwo, sondern ganz real, in unserem Alltag, in unseren Medien, in unseren politischen Debatten.
Damit wir klar benennen können, was uns verletzt und bedroht, müssen wir zuerst sagen, woran wir transfeindliche Muster erkennen:
• wenn die Existenz transgeschlechtlicher Menschen infrage gestellt wird
- wenn geschlechtliche Vielfalt als „Debatte“ oder „Frage“ verhandelt wird
- wenn Begriffe wie „Transgenderideologie“, „Translobby“ oder „Transgenderismus“ genutzt werden
- wenn behauptet wird, geschlechtliche Vielfalt sei nicht biologisch
- wenn trans Menschen pauschal als psychisch krank dargestellt werden
- wenn Fachleitlinien oder medizinische Standards diskreditiert werden
- wenn Sonderbehandlungen oder Zwangsbehandlungen gefordert werden
- wenn Minderjährigen notwendige medizinische Versorgung pauschal abgesprochen wird
- wenn behauptet wird, Geschlecht sei „ansteckend“ oder es gebe Phänomene wie ROGD
- wenn Frauenrechte gegen trans Menschen ausgespielt werden
- wenn Selbsthilfe‑ und Betroffenenverbände diffamiert werden
- oder wenn Organisationen aktiv die Nähe zu bekannten anti‑trans Netzwerken suchen
Diese Kriterien sind nicht abstrakt. Sie beschreiben reale Muster, die wir in den letzten Jahren in Deutschland, Europa und weltweit beobachten konnten.

Auf Grundlage öffentlich zugänglicher Informationen – darunter die dokumentierten Inhalte der Seite, die ich hier nicht wiederhole, aber deren Aussagen ich einordne – lassen sich mehrere Organisationen nennen, deren Positionen nachweislich mit diesen Kriterien übereinstimmen.
Ich nenne diese Organisationen nicht, um sie zu verurteilen, sondern um klar zu benennen, welche Narrative trans Menschen gefährden.
- TransTeens Sorge Berechtigt
Öffentlich dokumentierte Inhalte zeigen, dass diese Gruppe wiederholt die widerlegte Theorie „ROGD“ verbreitet und medizinische Versorgung für Minderjährige pauschal infrage stellt. Damit erfüllt sie mehrere der genannten Kriterien, insbesondere die Behauptung sozialer „Ansteckung“ und die Ablehnung etablierter Fachstandards.
- SEGM (Society for Evidence-Based Gender Medicine)
SEGM tritt international als Gegnerin medizinischer Leitlinien für trans Menschen auf. Fachgesellschaften und wissenschaftliche Analysen ordnen SEGM als pseudowissenschaftlich ein. Damit erfüllt die Organisation das Kriterium der Diskreditierung medizinischer Standards.
- Genspect
Genspect verbreitet Narrative wie ROGD, fordert Einschränkungen medizinischer Versorgung für Minderjährige und kooperiert nachweislich mit Akteuren, die verschwörungstheoretische Begriffe wie „Genderideologie“ nutzen. Damit erfüllt die Organisation mehrere Kriterien.
- EMMA / Umfeld
In der Berichterstattung wurden wiederholt Narrative verbreitet, die trans Frauen als Gefahr für Frauenrechte darstellen oder die Existenz geschlechtlicher Vielfalt infrage stellen. Das entspricht dem Kriterium des Ausspielens von Frauenrechten gegen trans Menschen.
- LGB Alliance
Die Organisation ist international dafür bekannt, trans Menschen aus der eigenen Community auszuschließen und ihre Existenz infrage zu stellen. Das erfüllt das Kriterium der Abwertung geschlechtlicher Vielfalt.
- WDI (Women’s Declaration International)
WDI fordert die rechtliche Fixierung auf „biologisches Geschlecht“ und lehnt die Anerkennung geschlechtlicher Vielfalt ab. Damit erfüllt sie das Kriterium, geschlechtliche Vielfalt als nicht biologisch darzustellen.
- Lasst Frauen Sprechen
Dokumentierte Inhalte zeigen, dass die Gruppe Materialien verbreitet hat, die als konversionsähnliche Empfehlungen für trans Jugendliche eingestuft wurden. Das erfüllt das Kriterium der Zwangs‑ oder Konversionsbehandlung.
8. Frauenheldinnen e.V.
Die Organisation verbreitet Inhalte, die geschlechtliche Vielfalt als „unwissenschaftlich“ darstellen und trans Menschen aus feministischen Räumen ausschließen wollen. Das entspricht dem Kriterium des Ausspielens von Frauenrechten gegen trans Menschen.
- Women’s Liberation Front (WoLF)
WoLF setzt sich international für den Ausschluss trans Menschen aus öffentlichen Räumen ein. Das erfüllt das Kriterium der Sonderbehandlung und Diskriminierung.
- Heritage Foundation
Die Stiftung ist international bekannt für Kampagnen gegen trans Gesundheitsversorgung und für die Nutzung verschwörungstheoretischer Begriffe wie „Genderideologie“. Damit erfüllt sie mehrere deiner Kriterien.
Schlusswort
Und jetzt – zurück zu uns.
Wir stehen heute hier, weil wir wissen:
Trans Menschen sind keine Ideologie.
Trans Menschen sind keine Debatte.
Trans Menschen sind keine Gefahr.
Trans Menschen sind Menschen.
Mit Körpern, mit Herzen, mit Hoffnungen, mit Familien, mit Zukunft.
Wir stehen hier, weil wir einander brauchen.
Weil Sichtbarkeit Mut macht.
Weil Solidarität schützt.
Weil niemand von uns allein sein soll in einer Welt, die uns manchmal kleinreden will.
Heute sagen wir:
Wir lassen uns nicht wegdiskutieren.
Wir lassen uns nicht pathologisieren.
Wir lassen uns nicht spalten.
Wir lassen uns nicht unsichtbar machen.
Wir sind hier.
Wir waren schon immer hier.
Und wir werden bleiben.
Danke.





