Sitzung des Stadtplanungsausschusses Eimsbüttel am 31.8.2010 mit Informationen zum A7 Ausbau

Sitzung des Stadtplanungsausschusses Eimsbüttel

am 31.8.2010 mit Informationen zum A7 Ausbau

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Auf der Tagesordnung:

1. Lärmschutz an der A 7 in Zusammenhang mit dem 6- bzw. 8-streifigen Ausbau

1.1 Bauphasenablauf während des Ausbaus und der Überdeckelung der A 7

(s. Drs. 1524/XVIII, Bericht der BSU)

1.2 Vorstellung der Siegerentwürfe zur Gestaltung des A 7-Deckels

(s. Drs. 1535/XVIII, Bericht der BSU)

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Es berichteten und beantworteten Fragen

zu 1.1 der Projektleiter der BSU, Herr Wiemer und

zu 1.2 Frau Störmer vom Amt für Landes- und Landschaftsplanung Regionalabteilung Nord.

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1.1  Bauphasenablauf während des Ausbaus und der Überdeckelung der A 7

Im Großen und Ganzen soll es bei dem bereits bekannten Bauablauf bleiben (auf dieser Internetseite in den Beiträgen vom 12.1.2010, vom 19.1.2010 und vom 9.2.2010 nachzulesen).

Im Detail ergaben sich Änderungen. Einige davon sind für die direkten Anwohner mit erheblichen Nachteilen verbunden.

Im Einzelnen gab es folgende Informationen:

  • Während der gesamten Bauzeit sollen 6 Fahrstreifen für den Verkehr zur Verfügung stehen.
  • Während der gesamten Bauzeit wird keine Anschlussstelle gesperrt. Alle können weiter benutzt werden, teilweise über zeitweilige provisorische Rampen.
  • Die vom Bürgerkomitee geforderte KFZ – taugliche Behelfsbrücke für den Wördemanns Weg wird für die Bauzeit erstellt. Der Verkehr soll einspurig im Blockverkehr mit einer Ampel geregelt werden.
  • Als Vorwegmaßnahme wurde die Plangenehmigung für die Brücke der Güterumgehungsbahn eingeleitet. Die Brücke soll bis November 2011 fertig sein. Die Autobahn wird während des Neubaus wahrscheinlich an einem Wochenende voll gesperrt.
  • Die A7 soll in Schleswig Holstein bis nach Hamburg hinein als PPP = (Public Private Partnership) Projekt gebaut werden. Die Hamburger Deckel werden nicht nach dem Modell gebaut. In Hamburg werden ca. 68% der Mittel für den Lärmschutz verwendet.
  • Die Auffahrt auf die Autobahn Richtung Norden von der Kieler Straße aus soll so bleiben wie bisher. Jede andere Möglichkeit ist laut BSU weniger leistungsfähig und müsste zudem von Hamburg bezahlt werden.
  • Die Brücke Kieler Straße bleibt erhalten. Die Fahrspuren der Kieler Straße auf der Brücke werden neu gebaut. Die Busspur Richtung Hamburg soll wegfallen. Die Ausfahrten von der Autobahn Richtung Hamburg sollen um eine Spur verbreitert werden.
  • Der Baustellenverkehr soll zu 100% auf der Autobahn und der Baustelle selber abgewickelt werden. Die Baustellengrenze rückt bis unter 5 Meter an die Häuser heran. Von der sogenannten Baustraße wir der Baustellenverbau ausgeführt. Es findet jedoch kein Baustellenverkehr hinter den Häusern statt.
  • Während der Bauarbeiten soll ein temporärer Lärmschutz für die Anwohner erstellt werden. Er soll genauso wirksam sein wie die jetzigen Lärmschutzmauern.
  • Die Aufwölbungen auf dem Deckel werden für Verkehrszeichen und für Ventilatoren zur Belüftung gebraucht. Bei Simulationen hat sich herausgestellt, dass die Verkehrszeichen mindestens einen Durchmesser von 50 cm oder mehr haben müssen um beachtet zu werden. Wie hoch die Aufwölbungen und wo sie sich auf dem Deckel befinden, ist nicht abschließend geklärt.

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Es ist beabsichtigt, das Planfeststellungsverfahren mit Auslegung der Pläne bis zum Dezember zu eröffnen. Trotz Klagen nach dem Planfeststellungsbeschluss kann ein Sofortvollzug angeordnet werden. Dann wird gebaut, obwohl der Planfeststellungsbeschluss nicht voll rechtsgültig ist.

Zuerst soll der Stellinger Abschnitt der A7 inklusive Deckel gebaut werden. Wenn dieser fertig ist, werden der Schnelsener und der Bahrenfelder Abschnitt gebaut. Dadurch entstehen nur bis zu 6 Kilometer lange Baustellen mit der dazwischliegenden Erholungsstrecke für die Autofahrer.

Mit welcher Bauweise der Deckel gebaut wird, ist nicht abschließend geklärt. Falls eine Baufirma mit einer speziellen Bauweise den Zuschlag bekommt, wird in deren Bauweise gebaut. Das gilt auch für die Langenfelder Autobahnbrücke, die komplett neu gebaut werden muss, und andere noch nicht geklärte Teile. Egal wie, 2015 soll die neue Fahrbahn fertig sein.

Am 14.8.2010 wurde vom Bundesverkehrsninisterium das Einverständnis zum ursprünglichen Plan des Stellinger Deckels verweigert. Der Plan sah vor, die Fahrbahn und damit den ganzen Deckel tiefer, bis kurz über die Grundwasser führenden Erdschichten zu legen. Das wurde verweigert. Die Vorgabe besagt, der Deckel muss eindeutig über dem Grundwasser liegen. Das bedeutet, die Fahrbahn bleibt etwa auf dem heutigen Niveau und wird nicht abgesenkt. Der Deckel ragt höher als ursprünglich geplant über die ihn umgebenden Grundstücke heraus. Im Imbekstieg sind das 1,13 bis 2,30 Meter höher, je nach Grundstück. Das ergibt ein ganz neues Bild entlang des gesamten Stellinger Deckels, auf den sich die Anwohner erst einmal einstellen müssen.

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1.2  Vorstellung der Siegerentwürfe zur Gestaltung der A7 – Deckel in Stellingen und Schnelsen:

Frau Störmer referierte über die Siegerentwürfe. Das Wesentliche steht im Protokoll vom 23.8.2010. Zusätzlich wurden die Punkte genannt, die vom Preisgericht bemängelt wurden und deswegen von den Landschaftsarchitekturbüros überarbeitet werden sollen.

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Nach Auszügen des Protokolls der Preisgerichtssitzung waren das für Schnelsen:

  • Die vorgesehenen Eingangs- und Ausgangsplätze, insbesonders aber der Quartiersplatz an der Frohmestraße, sind zu überarbeiten.
  • Anzahl und Lage der Querungen zwischen beiden Stadtteilen sind zu überprüfen und ggf. anzupassen.
  • Die Situierung der großzügigen, offenen Freiflächen muss in Bezug auf ihre Lage über der Autobahn und die Deckeltopografie überprüft werden.
  • Die Lage der südwestlichen Kleingärten ist mit dem Ziel eines kompakten Anordnungsmusters zu prüfen.
  • Das Projekt der Wasserhaushaltung/Entwässerung ist zu konkretisieren und zu überarbeiten.
  • Die Kleingartenparzellen sind im Hinblick auf die geforderten Größen zu prüfen und ggf. anzupassen.
  • Die überörtliche Fahrradanbindung an die Umgebung ist zu verbessern.

Weitergehende Empfehlung der BSU, LP3 PDG:

  • Die Anschlusshöhen in den Übergangsbereichen zwischen Deckelbauwerk und Stadtraum sind zu prüfen, insb. in Bezug auf die Barrierefreiheit.

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Nach Auszügen des Protokolls der Preisgerichtssitzung waren das für Stellingen:

  • Dimensionierung (Breite) und Materialität der Promenade sind zu überprüfen.
  • Der Anschluss der Kleingärten an die Straßen (Wördemanns Weg) ist zu überdenken.
  • Der Anschluss der Promenade an die privaten Gartenparzellen ist mit dem Ziel eines verträglichen Nebeneinanders anzupassen.
  • Die Kleingartenparzellen sind im Hinblick auf die geforderten Größen zu prüfen und ggf. anzupassen.
  • Der Entwurf ist im Hinblick auf eine optimale barrierefreie Zugänglichkeit des Deckels zu überprüfen.
  • Die gestalterische Nutzung der Auswölbungen ist einer Prüfung zu unterziehen.
  • Die gewählten Baumarten/ das Pflanzenspektrum ist zu überprüfen bzw. zu konkretisieren.
  • Es ist über eine Alternative zu den vorgeschlagenen Gabionen nachzudenken.
  • Das Projekt der Wasserhaushaltung/Entwässerung ist zu konkretisieren bzw. zu überarbeiten.
  • Die überörtliche Fahrradanbindung an die Umgebung ist zu verbessern.
  • Der Übergang zur Schule Wegenkamp ist zu konkretisieren.

Weitergehende Empfehlung der BSU, LP3 PDG:

  • Der Übergang zu den Privatgärten am Imbekstieg ist speziell im Hinblick auf die Wahrung der Privatsphäre der angrenzenden Grundstücke und den Sichtschutz zu konkretisieren und zu überarbeiten (Erweiterung von Punkt 3 der Empfehlungen der Jury).
  • Spiel und Grillbereiche sind in verträglichen Abständen zu den umgebenden Nachbarschaften anzuordnen.
  • Die Eingangs- und Abschlussplätze, insbesonderre aber der südliche und nördliche Abschluss des Deckels sind zu überarbeiten.

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Die Proteste und Kritikpunkte der anwesenden direkt betroffenen Anwohner des Stellinger Deckels waren dieselben wie am 23.8.2010 (siehe Protokoll vom 23.8.2010). Zusätzlich pflichteten verschiedene Abgeordnete des Stadtplanungsausschusses den Einwendungen der Anwohner bei und verlangten eine Nachbesserung des Entwurfs. Laut Frau Störmer soll der Kleingarten ans südliche Ende des Deckels, nur er ist zwingend im Plan. Der Spielplatz, Kiosk, Gastronomie und anderes sollen angeblich nur Platzhalter sein. Zur konkreten Ausgestaltung werden dem Landschaftsarchitekturbüro Weidinger die Kritikpunkte nach Überprüfung durch die BSU mitgeteilt. Frau Störmer betonte, die Ideenbörse und Wünsche der Bürger wären nur Anregungen, aber keine Verpflichtung für die Planungen. Im Entwurf wurde dem Park zu Lasten der Anwohner der Vorzug gegeben. Nach Ansicht der anwesenden Anlieger sind die Lasten von 40 Jahren Autobahnlärm und 4 Jahren Bauzeit mehr als genug zu Gunsten der Allgemeinheit.

Die im Bürgerkomitee Stellingen gesammelten Kritikpunkte zum Siegerentwurf des Landschaftsarchitekturbüros Weidinger wurden Frau Störmer schriftlich übergeben.

Laut Herrn Wiemer ist für die BSU die Öffentlichkeitsarbeit wesentlich. Es ist geplant, alle Informationen im Internet zu veröffentlichen. Dadurch sollen alle den gleichen Kenntnisstand erhalten. In der Vergangenheit war das leider nicht der Fall.

Vom 20.9.2010 bis zum 1.10.2010 sollen die Siegerentwürfe im Bezirksamt am Grindelberg ausgestellt werden.

Alle Angaben vorbehaltlich von Planungsänderungen W. Daiber 31.8.2010
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