Das Brückenabriss (Stau) Wochenende

Das Brückenabriss (Stau) Wochenende

9. – 12. September 2016

 

Am Freitagvormittag, dem 9. September 2016, fuhren die Fahrzeuge noch über die Autobahnbrücke des Wördemanns Wegs über die A7, bis ab 14 Uhr die Brücke gesperrt wurde. Die Baumaschinen rückten an, um mit den Arbeiten auf dem Wördemanns Weg zu beginnen. Der Asphalt auf der Brücke musste weg und die Rampen von den Straßen zur 2 Meter höheren Behelfsbrücke mussten gebaut werden.

 

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Zwei Tage lang nur Stau auf der Kieler Straße in Stellingen

 Mit den Bauarbeiten begann auch das Verkehrschaos! Wochenlange Vorankündigungen und weiträumig aufgestellte Schilder haben nichts geholfen. Auf dem Wördemanns Weg eine Autoschlange, so weit man blicken kann. Keiner hat’s gewusst? Keiner achtete auf die Hinweisschilder! Selbst Lkw versuchten in Einmündungen kleinster Wohnstraßen zu wenden, einige fuhren durch Spielstraßen und alle kamen nur dorthin, woher sie gekommen waren. Selbst an den folgenden Tagen suchten viele einen Weg durch kleine Anliegerstraßen am Stau vorbei und verirrten sich oder landeten auf Parkplätze von Firmen. Ab 22:00 wurde die Autobahn A7 gesperrt und der Verkehr brach zwischen Stellingen und Dreieck Nordwest auf der Kieler Straße und der Holsteiner Chaussee zusammen.

 

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Kein Durchkommen mehr für die Fahrzeugen aus den Nebenstraßen und für Fußgänger. Links: Fahrzeuge versuchen bei Grün vom Kronsaalsweg über die Kieler Straße zu gelangen. Rechts: Blockierter Übergang trotz Grün, vom Rahlskamp aus gesehen.

 Am Samstag und Sonntag stand hier der Verkehr mehr als das er fuhr. Die Feuerwehr wurde alarmiert, um die Autofahrer auf der A7 mit Getränken zu versorgen. Warum fuhren so viele hier auf der A7, hatten sie sich nicht vorher über die Sperrung informiert? Seit 2014 wird in Hamburg auf der A7 gebaut, jedes Jahr mit mehreren Vollsperrungen und plötzlich werden sie vom Stau überrascht? Reichen monatelange Hinweise in Zeitung, Radio und Internet nicht aus? Wahrscheinlich, denn nach Beginn der Vollsperrung waren auch Anwohner überrascht, dass sie nicht fahren konnten, trotz mehrfacher Informationen in allen Briefkästen und Informationsveranstaltungen.

Durch den Umleitungsverkehr wurde für Fußgänger das Überqueren der Kieler Straße zum gefährlichen Unternehmen. Vielfach mussten sie, wenn sie an einer Ampel bei Grün die Straße überqueren wollten, um ihre Gesundheit fürchten, die Autos hielten einfach nicht an. Einmal musste eine Frau erst mit der Handtasche auf den Kühler eines Autos schlagen, um nicht überrollt zu werden.

Anders auf der Baustelle selbst. Es wurde Tag und Nacht gearbeitet, um die alte Brücke abzureißen und die Behelfsbrücke einzubauen. Die A7-Sperrung musste rechtzeitig nach 55 Stunden wieder aufgehoben werden.

 

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Schon vor Sperrung der Brücke Wördemanns Weg kamen die ersten Lkw mit Sand.

 Auf dem Wördemanns Weg begannen Lkw Sand aufzuschütten, Bagger verteilten ihn an die richtigen Stellen und Planierraupen verfestigten ihn. Die Rampen wurden gebaut, um den Höhenunterschied zwischen Behelfsbrücke und den umliegenden Straßen anzugleichen. Die Behelfsbrücke ist ca. 2 Meter höher, damit darunter der Stellinger Deckel gebaut werden kann. Nach Fertigstellung des Deckels wird die Behelfsbrücke an Ort und Stelle in ihre Einzelteile zerlegt und stückweise wieder in das Lager gebracht.

 

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Die ganze Nacht wurde auf dem Wördemanns Weg an den Rampen der Behelfsbrücke gearbeitet, Sand wird aufgeschüttet und festgewalzt.

 Auf der Autobahn wurden als Erstes die Leitplanken und Fahrbahnbegrenzungen zwischen den Fahrtrichtungen demontiert, damit die Bagger die Brücke erreichen konnten. Danach brachten Lkw eine bis zu 1 Meter dicke Sandschicht auf die Fahrbahn unter der Brücke. Erst jetzt konnten die Abrissbagger mit ihrer Arbeit beginnen. Stück für Stück wurde die über 40 Jahre alte Brücke zerlegt. Erst kamen die blauen Hinweisschilder an beiden Seiten der Brücke dran, dann die Geländer. Es sah so einfach aus, das man sich wundern könnte, das es so viele Jahre gehalten hatte.

 

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Links: Sand wird aufgeschüttet und unter der alten Brücke verteilt.

Rechts: Das Hinweisschild an der Brücke wird demontiert.

Dann biss die riesige Schere eines Baggers immer mehr Betonstücke aus der Brückenkante. Ein anderer schlug mit einem überdimensionierten Meißel Löcher in die Kannte. Die Bagger zerbröselten die Brücke immer weiter und es kamen die Kabel und Leitungen im inneren der Brücke zum Vorschein. Alles wurde zerkleinert und getrennt beiseite geräumt und abtransportiert. Am Samstag 6:00 Uhr früh gab es keine Brücke mehr. Jetzt ging es ans Aufräumen und wegfegen, es musste für die Behelfsbrücke Platz gemacht werden.

 

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Links: Die über 40 Jahre alte Brücke des Wördemanns Wegs wird in der Nacht zum Samstag von zwei Abbruchbaggern in ihre Einzelteile zerlegt.

Rechts: Am Morgen liegen nur noch Betontrümer auf der A7, wo vorher die Brücke des Wördemanns Wegs gewesen war. Auf der anderen Seite ist nur noch das leere Widerlager mit den jetzt funktionslosen Kabelenden.

Am gleichen Tag um 15:00 Uhr begann das Einfahren der Brücke. Ganz langsam näherte sie sich ihren vorbereiteten Widerlagern. Sie war in den Tagen vorher angehoben und auf Räder gestellt worden. Zwei Fahrgestelle mit jeweils 8 Achsen und 32 Rädern fuhren die 250 Tonnen schwere Brücke millimetergenau an ihren Bestimmungsort.

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Die Behelfsbrücke wird ganz langsam zu ihrem Bestimmungsort gefahren.

Am Sonntag wurden die restlichen Arbeiten auf der Autobahn ausgeführt. Die Fahrbahnen wurden von Sand und Steinen gereinigt und neue, dem Baufortschritt angepasste, Fahrbahnmarkierungen wurden aufgebracht. Die vorher entfernten Leitplanken wurden der ebenfalls der veränderten Situation angepasst wieder aufgestellt. Ebenso wurden am Wochenende mehrere Leitungen auf der Autobahn verlegt, die einer Sperrung der A7 bedurft hätten. Mit dem Abriss der Brücke Niendorfer Gehege zusammen wurden Arbeiten erledigt, für die eigentlich drei Vollsperrungen eingeplant waren. Trotz der Kritik von Autofahrern und selbst ernannten „Verkehrsexperten“ waren damit die Behinderungen durch die 55 Stunden lange Vollsperrung der A7 damit geringer, als die Planungen zum A7-Ausbau es vorsahen.

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Links: Die Brücke wird Millimetergenau auf den vorbereiteten Widerlagern positioniert.

Rechts: Letzte Arbeiten an der Behelfsbrücke und darunter die letzten Sandreste.

Für Anwohner und Regionalverkehr dauerten die Behinderungen noch bis Dienstagmorgen. Den ganzen Samstag wurde eine Lkw-Ladung Sand nach der anderen für die Rampen der Behelfsbrücke aufgeschüttet. Am Sonntag rückten große Asphaltierungsmaschinen an und stellten die Fahrbahnen zur neuen Brücke her. Am Montag kamen die Fahrbahnmarkierungen auf den inzwischen genügend abgekühlten Straßenbelag. Ebenso wurden die Fußwege aufgeschüttet und asphaltiert. Fahrbahn und Fußweg wurden auf der Brücke durch eine Absperrung voneinander getrennt. Zum Schluss wurde eine Ampelanlage installiert, die den Verkehr im Blockverkehr abwechselnd über die einspurige Behelfsbrücke fahren lässt.

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Die Rampen zur Behelfsbrücke werden asphaltiert, hier die vom Imbekstieg. Rechts ist auch schon der noch fehlende Fußweg markiert. Hoffentlich werden Straße und Fußweg im Winter bei Frost von der Stadtreinigung auch gestreut. Bei Glatteis ist hier sonst eine einzige Rutschbahn. In den letzten Jahren wurde das Streuen regelmäßig vergessen.

Trotz entsprechender Hinweise versuchten immer wieder ungeduldige Fußgänger und Radfahrer, auf dem bis zu 150 Grad heißen Asphalt, während der Bauarbeiten das Baugelände zu überqueren. Probleme gab es am durch die Baustelle völlig abgeschnittenen Imbekstieg. Durch den Platzmangel wurde auch der letzte schmale Zugang versperrt. Anwohner und Besucher mussten sich bei Bauarbeitern oder Wachpersonal melden, um sich von ihnen auf einem im Augenblick freien und ungefährlichen Weg durch die Baustelle führen zu lassen. Wegen der zeitweiligen Wartezeiten gab es deswegen vereinzelte Unmutsäußerungen. Trotz aller Behinderungen waren auch diese Arbeiten pünktlich abgeschlossen. Ab Dienstag früh rollte der Verkehr wieder über die A7-Brücke des Wördemanns Wegs. Nur Fußgänger und Radfahrer werden durch die Steigung zur Behelfsbrücke für die nächsten 4 Jahre belastet.

Auch die alte Brücke der Straße Niendorfer Gehege wurde an diesem Wochenende abgerissen. Die Sperrung der Brücke für Autofahrer dauert leider noch bis zum 14. Oktober, da die Fahrbahn auf der neuen Brücke noch nicht fertig ist. Nur für Fußgänger und Radfahrer ist am nördlichen Rand der neuen Brücke ein Fußweg passierbar.

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Die Behelfsbrücke für den Wördemanns Weg über die A7 ist fertig. Links: Der Verkehr auf der A7 ist wieder freigegeben, Blick auf die Behelfsbrücke von der Kieler Straße aus. Rechts: Der Verkehr auf der Behelfsbrücke, die Fußgänger und Radfahrer sind durch eine Barriere getrennt.

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