Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten zur A7 Deckelgestaltung in Stellingen und Schnelsen

Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten

des freiraumplanerischer Wettbewerbs

zur Gestaltung der Schallschutzdeckel

der Bundesautobahn 7

in den Abschnitten Schnelsen und Stellingen

Die Ausstellung findet statt

vom 22. Juli bis zum 27. August 2010

.

Ort: Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, Stadthausbrücke 8 in 20355 Hamburg

Öffnungszeiten: montags bis freitags von 8 – 19 Uhr

Erläuterungen: donnerstags von 14 – 17 Uhr

Die Preisträger des Wettbewerbs sind:

Für den Autobahndeckel in Stellingen:

1. Preis – Weidinger Landschaftsarchitekten, Berlin

Für den Autobahndeckel in Schnelsen:

1. Preis – Pola Landschaftsarchitekten, Berlin

Weitere Preise:

3. Preis – geskes.hack Landschaftsarchitekten, Berlin

4. Platz – Planorama Landschaftsarchitektur, Berlin

Die Ausstellung findet im Erdgeschoss der BSU, Stadthausbrücke 8, statt. Leider sind nur einige Entwürfe und nicht alle 22 eingereichten Arbeiten ausgestellt. Es sind nur Stellwände mit großflächigen Grafiken, die mit kurzen Erläuterungen ergänzt werden, vorhanden.

Modelle oder detaillierte Erklärungen zu einzelnen Punkten in den Plänen sucht man vergebens. Ohne weitergehende Erläuterungen kann man nur wenig Informationen aus den ausgestellten Zeichnungen ziehen. Daher ist es angebracht, die Ausstellung vornehmlich donnerstags von 14 – 17 Uhr zu besuchen. Wünsche, Anregungen und Kritik zu den Plänen kann man in ein ausliegendes Gästebuch eintragen. Davon sollten möglichst alle betroffenen Anwohner in Stellingen und Schnelsen regen Gebrauch machen. Nur so erfahren die Planer, welche Bedürfnisse und Wünsche die direkten Anwohner wirklich haben. Jeder sollte seine Wünsche dort bekannt geben, dann können berechtigte Forderungen vieler nicht als eine einzelne Meinung abgetan werden.

1. Preis – Weidinger, Konzept für den Stellinger Deckel:

Die Kleingartenparzellen sollen alle zwischen der Kieler Straße und dem Wördemanns Weg angelegt werden. Dies ist der einzige Entwurf, bei dem sich keine Parzellen direkt neben den einzelnen Privatgrundstücken von Imbekstieg, Olloweg und Schopbachweg befinden. Sie grenzen an Gemeinschaftsflächen oder Straßen vom Nienredder, Theodor Schäfer Damm, Kieler Straße und Wördemanns Weg. Im Entwurf werden die beiden Sackgassen Theodor Schäfer Damm und Flamingoweg am Ende zusammengeführt. An dieser Stelle sind im Plan das Vereinshaus mit Gastronomie und Kinderspielplatz eingezeichnet. Das sind potenzielle neue Lärmquellen mit Aufhebung des heutigen unzureichenden Lärmschutzes..

Zwischen Wördemanns Weg und Güterumgehungsbahn sollen laut Entwurf Wiesen mit Bäumen, die Richtung Norden in einen kleinen Wald mit Waldplatz übergehen, entstehen. Über den gesamten Deckel von der Kieler Straße bis zur Güterumgehungsbahn soll eine Promenade verlaufen. In der Mitte zwischen Wördemanns Weg und Güterumgehungsbahn sind auch hier ein Kleinkinderspielplatz und ein Familienplatz eingezeichnet.

Leider haben sich die Planer vor ihren Planungen die Gegebenheiten vor Ort wohl nicht angesehen. Ebenso wurden die Ergebnisse der Ideenbörse in einigen wichtigen Punkten nicht berücksichtigt.

Im Konzept des Landschaftsarchitektenbüros Weidinger heißt es: In die Grundstücke der Anlieger wird nicht eingegriffen. Das ist ein Widerspruch in sich. Die Autobahnverbreiterung selbst ist schon ein massiver Eingriff in alle Grundstücke neben der Autobahn. Sie verlieren dadurch teilweise bis zur Hälfte ihrer Gartenfläche. Sie erhalten zwar einen Lärmschutz vor dem Autobahnlärm, dieser liegt aber seit 40 Jähren über dem erst heute von der EU zugestandenen Grenzwerten. Der Lärmschutz kommt also 40 Jahre zu spät! Die Anwohner verlieren aber auch den einzigen Vorteil durch die jetzige Autobahn, nämlich die Unmöglichkeit, dass Fremde von der Autobahnseite aus auf die Grundstücke eindringen. Das die Anrainer dann noch ihre eigene Zaunanlage stellen sollen, wenn die Abgrenzung vorher durch die Autobahnverbreiterung verloren ging, kann nicht sein. Es muss im Plan eine Abgrenzung eingeplant werden, die den berechtigten Sicherheitsbedürfnissen und der Privatsphäre Rechnung trägt. Das ist in der Ideenbörse sehr deutlich dokumentiert.

Ebenso sollte den Planern bekannt sein, dass der im Plan mit „vorhandener Fußgängertunnel“ bezeichnete Tunnel an der Kieler Straße unter der Autobahneinfahrt Richtung Norden durch einen oberirdischen Weg ersetzt werden sollte. Was aus dem privaten Spielplatz Schopbachweg und dem Abenteuerspielplatz am Wegenkamp wird, ist auf dem Plan nicht zu erkennen. Da wäre eine Lösung mit Ergänzungen auf dem Deckel denkbar und wünschenswert, nicht isolierte Plätze irgendwo auf dem Deckel, wie jetzt eingezeichnet.

Es gibt also vor den endgültigen Planungen noch reichlich Gesprächsbedarf für die Planer mit allen betroffenen Anwohnern. Dies um so mehr, um nachträgliche vorhersehbare Verzögerungen zum Nutzen aller zu vermeiden. Zu solchen Gesprächen bietet sich das Bürgerkomitee Stellingen schon seit einem Jahr den Verantwortlichen in der BSU und der DEGES an. Mit diesem Zusammenschluss vieler betroffener Stellinger Bürger, Parteien und Initiativen gibt es kompetente und engagierte Gesprächspartner.


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Ein Gedanke zu „Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten zur A7 Deckelgestaltung in Stellingen und Schnelsen

  1. Martina

    Der guten Ordnung halber möche ich an dieser Stelle vermerken, dass dies nicht die Meinung des gesamten Bürgerkomitees widerspiegelt. Die Ausstellung als solche ist noch nicht innerhalb des Bürgerkomitees diskutiert worden; dies wird sicherlich Gegenstand unserer Gespräche am 25.8.10 sein.

    Ich war am Tag der Eröffnung in der Ausstellung und habe ein ausführliches Gespräch mit Frau Störmer von der BSU geführt, in dem auch die oben erwähnten Kritikpunkte zum großen Teil angesprochen wurden. Sie sagte mir, dass viele planerische Details noch nicht endgültig feststehen und mit den Anwohnern noch geklärt werden. Ich kann nur jedem interessierten Bürger raten, dann zur Ausstellung zu gehen, wenn eine Gesprächsperson von der BSU vor Ort ist. So kann man viele Fragen klären und bekommt auch eine Erläuterung zum ausgestellten Kartenmaterial. Dass viele Dinge noch völlig offen sind, sagt die BSU ausdrücklich, und das ist auch bewusst so gemacht worden, damit die Anwohner weitestgehend an der Gestaltung beteiligt werden können. Ich kann nur hoffen, dass viele Bürger und vor allem Betroffene von ihrem Informations- und Mitbestimmungsrecht Gebrauch machen. Dann wird sicherlich auch die bestmögliche Lösung für die Anlieger gefunden werden können.

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