Sitzungsprotokoll des Stellinger Bürgerkomitees vom 5.5.2011

Sitzungsprotokoll des Stellinger Bürgerkomitees

vom 5.5.2011 im TSV-Heim, Sportplatzring 47

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An dieser Sitzung des Stellinger Bürgerkomitees nahmen als Gäste auch Vertreter der Behörden teil, die mit dem Ausbau der A7 in Stellingen zu tun haben.

Als Gäste waren anwesend:

Herr Ulrich Wiemer

Projektleiter für den A7 Ausbau, Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI)

Frau Susanne Decken

Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU), Amt für Landes- und Landschaftsplanung, zuständig für die Gestaltung des Stellinger Deckels

Frau Felicitas Winter

von der DEGES

Herr Stefan Bohm, Dipl. Ing.

von der DEGES, zuständig für technische Bauwerke wie z.B. den Neubau der Langenfelder Brücke


Ebenso waren Vertreter der örtlichen Parteien und Vereine und viele Stellinger Bürger gekommen, da die Stellinger am stärksten von der A7 Verbreiterung betroffen sind.

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1.   Zuerst erläuterte Herr Wiemer das weitere Verfahren nach der Auslegung der Pläne.

Die beteiligten Behörden sichten die eingegangenen Einwendungen. Die Planer formulieren ihre Erwiderungen zu den Einwendungen, ändern die Pläne oder begründen die Ablehnung. Danach geht Einwendungen und entsprechende Erwiderungen an das Rechtsamt als Planfeststellungsbehörde. Die Planfeststellungsbehörde prüft alles und wägt beides gegeneinander ab, um danach eine eigene Beurteilung abzugeben.

Zum Abschluss gibt es einen Erörterungstermin, zu dem alle Beteiligten, die Planer aus den Behörden und alle Einwender, eingeladen werden. Hier werden alle Einwendungen besprochen und erörtert. Die Planfeststellungsbehörde gibt Empfehlungen zu den einzelnen Punkten, die Planer und die Einwender können nochmals ihre Argumente darlegen. Entweder es gibt eine Einigung, die Pläne werden im Sinne der Einwender geändert, oder die Planer lehnen dies ab. Am Ende gibt die Planfeststellungsbehörde ihre Entscheidung bekannt, ob die Pläne geändert oder ergänzt werden müssen, oder ob die Einwendungen abgelehnt werden.

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2.   Dann erläuterte Herr Bohm, wie der Rückbau und der anschließende Neubau der Langenfelder Brücke bewerkstelligt werden soll

Ein großes Problem bei den Bauarbeiten sind die Straße Binsbarg und die Gleise der Deutschen Bahn, S-Bahn und Fernbahn, die unter der Brücke verlaufen und nicht gesperrt werden können. Der Bau muss bei laufendem Verkehr unter und auf der Autobahn durchgeführtr werden.

Da die Langenfelder Autobahnbrücke aus zwei parallel verlaufenden Brücken besteht, wird der gesamte Autobahnverkehr auf die eine Fahrbahn verlagert. Die Breite reicht für 6 verengte Fahrstreifen auf einer der Brücken aus. Dafür sind mindestens 19 Meter Breite erforderlich, verfügbar sind 23 Meter. Damit nichts den Verkehr unter der Autobahnbrücke beeinträchtigt, kann nicht direkt über den Gleisen oder dem Binsbarg zurückgebaut werden.

Die Nebenstraße Rohlfsweg wird für Fahrzeuge gesperrt und als Baustelle eingerichtet. Fußgänger sollen trotzdem vom Bahnhof Stellingen den Rohlfsweg in Richtung Flaßheide passieren können. Zuerst wird über dem Rohlfswg die Autobahnbrücke abgerissen. In die dann vorhandene Lücke wird die restliche Brücke hin verschoben, nachdem sie in der Mitte auseinander gesägt wurde. So wird die Brücke Stück für Stück über dem Rohlfsweg zurückgebaut / abgebrochen, nachdem sie dorthin verschoben wurde. Zu diesem Zweck muss die Brücke an einigen Stellen extra gesichert und abgestützt werden. In der Gegenrichtung geschieht dasselbe. Die Bahngleise werden zeitweise mit Sand verfüllt, um mögliche Schäden zu verhindern.

Nach Abbruch der alten Brücke wird in gleicher Weise die Neue gebaut. Es werden im südlichen Baufeld ca. 100 Meter lange Grundgerüste aus Stahlfertigteilen erstellt und danach Abschnittweise nach Norden eingeschoben. Danach werden an Ort und Stelle die Fahrbahn und die Schallschutzwände gebaut. Ein extra Fugenschutz und Flüsterasphalt sollen ihren Teil am Lärmschutz beitragen.

Je Richtungsfahrbahn soll die Bauzeit für Rück- und Neubau ca. 21 Monate betragen. Gebaut werden soll nur tagsüber zwischen 6:00 und 22:00 Uhr. Beim Abbruch soll vorwiegend mit Flüssigkeit gesägt werden, was weniger Lärm und Staub verursacht. Die Baumaschinen müssen den Lärmrichtlinien entsprechen. Die genauen Werte dieser Richtlinie blieb man schuldig. Die Lärmschutzwände auf der Brücke werden 7,5 Meter hoch und bleiben ohne Einkragung, also gerade. Der deswegen fehlende Lärmschutz wird durch den offenporigen Asphalt (Flüsterasphalt) erreicht, der etwa 5 dB(A) beisteuert.

Genau wie der Binsbarg und die Bahngleise soll auch der Fußgängertunnel vom Bahnhof Stellingen zu den Arenen (Volksparkstadion) während der gesamten Bauzeit passierbar bleiben.

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3. Der Stellinger Deckel zwischen der Kieler Straße und der Güterumgehungsbahn

Als vorgezogene Baumaßnahme wird die Brücke der Güterumgehungsbahn vor Beginn der eigentlichen Bauarbeiten in ausreichender Breite erneuert. Dies soll schon 2011 geschehen.

Der Bau des Deckels soll komplett von der Autobahn aus erfolgen. Es werden keine Träger in die Erde gerammt, sondern alles wird vorgebohrt. Die Böschungen werden durch eine rückverankerte Trägerbolwand gesichert. Die Rückverankerungen werden nicht für den Tunnel benötigt, bleiben trotzdem lastfrei im Erdreich. Dafür wird eine Grunddienstbarkeit von den Anwohnern verlangt. Es wird ein bauzeitlicher Lärmschutz vor dem Verkehrslärm erstellt. Er soll den gleichen Wirkungsgrad wie die jetzige Lärmschutzwand haben. Während der Bauzeit wird die Geschwindigkeit auf der Autobahn auf 60 km/h begrenzt.

Der Planfeststellungsbeschluss wird vom Bauträger für Februar 2012 erwartet. Danach wird mit ca. 6 Monaten für Ausschreibungen und Auftragsvergabe gerechnet, was auf einen Baubeginn im 2. Halbjahr 2012 hindeutet. Vorher muss bei allen betroffenen Gebäuden eine Beweissicherung durchgeführt werden um eventuelle Schäden an den Immobilien ersetzt zu bekommen. Laut vorliegendem Gutachten ist mit großer Wahrscheinlichkeit mit keinen großen Schäden zu rechnen.

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4.   Die Gestaltung des Stellinger Deckels, Bebauungsplan Stellingen 65

Über die Deckelgestaltung wurde nichts Neues gesagt. Es wurden nur die gleichen Entwürfe, die der Landschaftsarchitekt Weidinger beim Wettbewerb präsentiert hatte, vorgelegt. Keine einzige Einwendung der Anwohner war bisher darin berücksichtigt worden. Mitsprache der Bürger sieht nach einhelliger Meinung anders aus.

Laut Frau Decken von der BSU, Amt für Landes- und Landschaftsplanung, könnten die Planungen erst weitergehen, wenn alle Details aus dem Planfeststellungsverfahren bekannt sind. Trotzdem wurde schon ein Funktionsplan bei den zuständigen Gremien der Bürgerschaft vorgelegt, ohne dass dieser eine einzige Einwendung berücksichtigt. Der Funktionsplan ist wiederum die Grundlage für den Bebauungsplan = Stellingen 65. Hier wird also schon fleißig ohne und gegen die betroffenen Bürger und Anwohner geplant und Fakten geschaffen.

So stören sich z.B. alle Anwohner an dem vom Landschaftsarchitekten Weidinger ausgesuchten Ort für den Kinderspielplatz. Die Anwohner wollen ihn nicht an den Grundstücksgrenzen zwischen Olloweg und Imbekstieg, sondern an dem sinnvolleren Platz neben dem vorhandenen Abenteuerspielplatz. Die Betreiber des Abenteuerspielplatzes sind bereit, sich um ihn zu kümmern. Sie sehen ihn in der Nachbarschaft zum Abenteuerspielplatz als eine sinnvolle Ergänzung. Direkt neben den Grundstücksgrenzen der Anwohner ist er fehl am Platz.

Der vom Landschaftsarchitekten Weidinger und Frau Störmer angedachte Platz stößt bei allen auf entschiedene Ablehnung, soll aber gegen alle Widerstände in eine gewünschte Ruhezone gesetzt werden. Da ist die Unterstellung, man habe etwas gegen Kinder, ein eindeutiges Totschlagargument.

Die so hoch gelobte Mitsprache sieht wirklich anders aus.

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5.   Das nächste Treffen des Stellinger Bürgerkomitees

findet am Dienstag, den 21. Juni 2011

im TSV Heim, Sportplatzring 47, 22527 Hamburg

statt.

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