Geheimnisvolle Comics

Anfang der 1990er veröffentlichte Matthias Hofmanns Fanzine „Fandom Newsletter“ von Ausgabe 39 an, Teile des spektkulären Comics „Doudou der Poilu“ der Autorin Diana Kennedy (damals: Diana R. Sassé). Der Band 4 bekam 1999 als „Bestes Szenario“ den ICOM Independent-Comic-Preis. Insgesamt 7 Bände erschienen in der Edition Rhein-Trio und sind nur noch antiquarisch zu erhalten.

Auf der Suche nach dieser Geschichte stellte ich fest, dass die Autorin fleissig weiter gearbeitet und zahlreiche neue Geschichten veröffentlicht hat, unter anderm in der Reihe „How To Draw Manga – Pferde richtig zeichnen“. Dabei bedauerlicherweise einen geplanten 8. Band zu Doudou nie fertig gestellt. Aktuell bearbeitet sie die Serie „Riverboat„, von der 2 Bände im Eigenverlag eischienen sind und die abonniert werden kann.

Die in der Schweiz geborene Künstlerin hat in Deutschland gelebt und wohnt nun in Frankreich. Zusammen mit einem Esel unternimmt sie schon mal eine Pilgerfahrt. Aus dieser Kulturgemengelage entstammen ihre Geschichten. Sie sammelt Elemente und Personen aus der historischen, realen Welt, um sie in einer erdachten neuen Welt in Beziehungen zu setzen. Sie konfrontiert die Leserin mit centaurenartigen „Deutschen“, oder lässt einen John F. Kenndy zusammen mit einem offensichtlich queerem Aldo Moro auf seinen Mörder Lee Oswald treffen. Dabei geht sie mit ihren Figuren spürbar freundlicher um, als mit den Gefühlen ihrer Leser. Während ihre Protagonisten Mordanschläge, Bombenabwürfe und gefräßige Dinosaurier überleben, bleiben wir irritiert zurück. Das ist natürlich die Stärke ihrer Geschichten, dass sie Spannung und gleichzeitig Betroffenheit auslösen. Dabei stehen die Zeichnungen selber weniger im Vordergrund, sie transportieren die eigentliche Geschichte nur. Ihre Abeit kann eher als illustrierte Geschichten bezeichnet werden.

Mir haben die schönen Geschichten Spass gemacht. Wer zusammen mit J.F. Kennedy und Aldo Moro auf einem endlosen Fluss mit dem Dampfschiff reisen möchte und die illustre Gesellschaft skuriler Charaktere einschließlich der Parakatze Mallie nicht scheut, dem sei das Werk von Frau Kennedy ans Herz gelegt.

http://www.kennedyworld.net