Einweihung Tafel zur Doppeleiche

Bis zum 30. Oktober 1864, mit dem Frieden von Wien, gehörte Eidelstedt zu Dänemark. Dänische Spuren im Ortsamtsbereich Stellingen/Eidelstedt finden sich auch heute noch. Und die sind auch nicht ganz ohne historische Bedeutung.

1832 wird die Kieler Straße, die heutige Bundesstraße 4, als Chaussee zwischen Kiel und Altona fertiggestellt. Sie war die erste Kunststraße in Schleswig-Holstein. Die Straße war gepflastert und 21 Fuß breit (ca. 9 Meter). Sie führt durch Eidelstedt, Stellingen und Langenfelde, wo beim Möbelhaus Cramer eine Zollstation eingerichtet wurde.

Die erste dänische Eisenbahn fuhr am 18. September 1844 von Altona nach Kiel und zwar die König Christian VIII. Ostseebahn. Die Streckenführung existiert noch heute, das heutige Altonaer Rathaus war der Bahnhof.

Malte de Grahl

An der jetzigen Holsteiner Chaussee steht vor dem Baumarkt Hornbach ein Meilenstein aus der Zeit des Ausbaus dieser Straße unter König Friedrich VI. Er stand ursprünglich an der Brücke der Kieler Straße über der Mühlenau. Ein im Brückenmauerwerk angebrachter Hinweis auf den Bau der Brücke erinnert an das Jahr und die Regierungszeit König Christians VII. Vom Monogramm „C 7“ ist seit einiger Zeit nur noch das „C“ deutlich zu erkennen, die „7“ haben eifrige Brückenreparaturleute bei den letzten Säuberungen weitgehend unkenntlich gemacht.

Schlechter erging es dem alten dänischen Grenzhaus am Langenfelder Damm, 1994 wird es trotz heftigen Widerstandes abgerissen. Es stand in etwa gegenüber der Einmündung der Högenstraße.

Nach zwei Weltkriegen und der Teilung des früheren Herzogtums Schleswig zwischen Deutschland und Dänemark durch die Volksabstimmung im Jahr 1920, konnte erst mit den beiden Bonn-Kopenhagener Erklärungen im Jahr 1955 das Verhältnis zwischen den beiden Staaten befriedet werden.

Dabei bin ich davon überzeugt, dass Deutschland und insbesondere den ehemaligen dänischen Landesteilen eine besondere Verpflichtung zukommt, zu einem freundschaftlichen Verhältnis beizutragen. Deshalb freue ich mich, dass der Text der Tafel zur Erinnerung an die Doppeleiche auf dem Eidelstedter Busbahnhof, eine gemeinsame Arbeit zwischen Heimatverein, Verwaltung, Kieler Universität und dänischer Minderheit geworden ist.

Im Namen des Regionalausschuss Stellingen bedanke ich mich besonders bei dem Regionalbeauftragten Herrn Dr. Freitag, Herrn Wallach, Herrn Prof. Dr. Auge und Herrn de Grahl  für Ihre Mitarbeit.

Geschichte von:

Stellingen und Eidelstedt