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Filmkritik Prometheus

1979 musste ich mich mit 17 in den ersten Film hineinschmuggeln, da er meiner Ansicht nach damals eine FSK von 18 hatte? Das Faszinierende der ersten beiden Alien Filme war weniger das Monster, sondern der stilsichere Realismus der Science, der Technik. Während die zukünftige Technik der 70er und 80er wie in Star Trek steril und perfektionistisch daherkommt, war die der ersten Alien Filme schmutzig und defekt. Raumfahrt war Handwerk und gefährlich und das Monster nur der Punkt auf dem i. Als Zuschauer konnte man zu jedem Zeitpunkt im Film überzeugt sein, ja so könnte es passieren. Alles was dann kam, einschliesslich der Predator Teile waren unterhaltsames Beiwerk.

Das Prequel „Prometheus – Dunkle Zeichen“, welches jetzt in den Kinos zu sehen ist, wurde von der Kritik zwiespältig aufgenommen. Das reduziert die eigenen Erwartungen.

Das ist ein übler Spoiler: Der Film erzählt den ersten Teil mit heutigen Mitteln. Er versucht zu erklären, was im ersten Teil nicht erklärt oder gezeigt wurde. Dabei bedient er sich ganz ungeniert aus dem Artwork der 70er für den ersten Film, das damals nicht verwendet wurde. Das ausgezeichnete „The book of Alien“ liefert dafür viele Anhaltspunkte. Der Film verschafft schon in seiner Bildsprache viele Aha-Erlebnisse, wenn man in der Alienwelt zuhause ist.

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Meine ersten 3D Erlebnisse im Kino waren ein unscharfes und unruhiges Experimentierfeld für meine Sinne. Ganz übel auf die Spitze getrieben bei den „Tribute von Panem“, mit Wackelkamera. In Prometheus sehen wir ein erwachsenes 3D mit einer noch nicht gesehenen, gelassenen Schärfe. Das wird durch die Kameraführung und natürlich die gewaltigen Bilder unterstützt, die sich jede erdenkliche Mühe geben, den Zuschauer in die Handlung zu ziehen. Für einen Science Fiction Fan sind die Bilder ein Vergnügen, der Film nimmt sich für sie extra Zeit. Der geradlinige Plot und die darauf basierende ruhige Erzählweise unterstützen das angenehm. Deshalb lässt man sich gerne in die Dynamik der zweiten Filmhälfte hineinziehen.

Natürlich macht der Film den Fehler, Dinge zu erklären, die man besser nicht erklären sollte. Science Fiction soll keine Antworten liefern, sondern das Tor in die Weite unserer eigenen Fantasie öffnen. Das beisst sich leider mit unserer Neugier und von dieser darf man sich guten Gewissens ins Kino locken lassen.